Sonntag, 19. Dezember 2010

The Tourist

Zerissen von der Presse, enttäuschte Fans, was haben die sich denn alle bitte gedacht? 'Das Leben der anderen' anders aber bitte ganz genauso? Und das beim ersten US- Film von insgesamt 2 des Regiseurs. Zudem wurde der Spaß sehr kurzfistig über die Bühne geschmettert. Des Weiteren war zu lesen, dass so gar keine Chemie zwischen den Herrschaften Depp und Jolie zu beobachten ist, gar die ausreichend bewiesenen schauspielerischen Fähigkeiten des Herren Depp wurden angezweifelt, bei aller übertriebenen Lobhudelei, das muss ja nun wirklich nicht sein.
Der Film selbst ist, in Unkenntnis der Vorlage 'Fluchtpunkt Nizza' , äußerst kurzweilig. Man möchte sogar meinen, er sei eine Entspannung zu üblichen Aktion- Spionage- Klamotten, die inzwischen selbst bei gesunden Menschen epilepsieähnliche Zustände verursachen. Die Handlung ist spannend und vorhersehbar unvorhersehbar.
Die laut gewordenen Stimmen Mrs. Jolie übertrumpfe den all-zu trotteligen Mr. Depp sind ein wenig übertrieben. Mr. Depp sieht ungewohnt einfach aus und wirkt trotzdem ungemein sympathisch. Fliegende Fetzen mit anschließenden Affäre- Gerüchten und exzessiver Kinderei passiert ja nun nicht jedes Mal wenn sich zwei Menschen vor der Kamera treffen.
Mrs. Jolie ist schön und wird auch so inszeniert, allerdings wünscht man ihr nach wie vor das, was Herrn Depp im Zuge der vor Vorbericherstattung unterstellt wurde: ein paar Pfunde mehr auf den Rippen zu haben. Was das allerdings mit der Schauspielerei zu tun hat, ist fraglich.
Alles in allem ist es ein sehr unterhaltsamer Film, der mal nicht die ganze Zeit mit Handkamera gedreht ist und somit herrlicherweise die Ruhe bietet auch Venedig, 'dritter  Hauptdarsteller' in Ruhe zu genießen. Demnach: kein intellektueller Film, aber durchaus etwas zur angenehmen Unterhaltung!

Mittwoch, 15. Dezember 2010

lola rennt

Die Premiere dieses Films ist schon eine ganze Weile her, aber selbst wenn man ihn jetzt zum ersten mal sieht, kann man nicht umhin ihn toll zu finden.
Neben allen Episodenfilmen, die wenn sie gut gemacht sind, meist gelobt werden, scheint dieser trotzdem unvergleichlich. Tolle Schauspieler, nebst einer Handlung mit Wiedererkennungswert, die trotzdem nie langweilig wird. Aktion. Liebe. Philosophie und hinter allen die Frage, wass uns welche Entscheidung an den Punkt gebracht hat, an dem wir jetzt sind...
Nicht umsonst ein Kultfilm!!!

Exit through the giftshop

Man nehme einen in die USA emigrierten Franzosen, der alles Filmt was still hält oder auch nicht und eine aufkeimende Untergrundbewegung: street art.
Der Film 'dreht den Spieß rum', denn eigentlich wollte Thierry einen Dokumentarfilm über die kurzlebige street art machen und schaffte es auch aus einer Mischung aus Dreistigkeit, Hartnäckigkeit und gutem Timing Aufnahmen von vielen Größen der Szene und ihrer Arbeit zu machen. Alle bekommt er, bis auf Banksy, von dem es heißt, nicht einmal seine Mutter wüsste, dass ihr Sohn Banksy ist. Ein Zufall führt die beiden dann doch zusammen. Als jedoch die Dokumentation fertig ist, stellt sich heraus, dass sie förmlcih unzeigbar ist..
Von hier an wendet sich der Film und begleitet nun Thierry intensiver, der inzwioschen selbst street art macht bzw auch für sich machen lässt. Er macht es nur nicht wie andere und versucht sich erstmal zu etablieren, er geht gleich aufs Ganze.
Der Film bietet einen sehr interessanten Einblick in eine Szene, die dem alltäglichen Auge doch oft verborgen bleibt. Diese neue Interpretation von Kunst und ihre vielen Formen sind begeisternd. Was Thierry dann daraus macht ist fraglich? Ist dieser Typ nun genial? oder verdammt verschroben? oder beides? und sind seine vormaligen Begleiter nun deswegen sauer auf ihn? und wie finanzieren die sich alle, besonders zu beginn?
Ein sehr bemerkenswertes Stück Film, was beim Sehen eine gute Mischung aus Aufmerksamkeitsbindung und Unterhaltung bietet.

Die Chroniken von Narnia- Die Reise mit der Morgenröte

Der Trailer verspricht Gänsehaut und der Film... es ist zu hoffen, dass die Synchrinisation nicht wieder so lächerlich ist wie bei Prinz Kaspian von Narnia, die besagtem Prinzen einen überaus künstlichen spanischen Akzent verpasst.
Sonst ist die Verfilmung, wie ihr Vorgänger auch, relativ nah am Buch und greift wieder wunderbar in die Zauberkiste. Die Handlung ist vielleicht ein bisschen voll, er bleibt aber eine Welt, in die man gern eintaucht. Und das erhoffte Treffen mit dem Überlöwen Aslan bleibt auch nicht aus!
Allerdings macht der Film leider den selben Fehler, der sich auch schon im letzten Teil der Büchersaga manifestiert. Die Pevensie- Kinder werden am Ende von Aslan mit den Worten verabschiedet, es gäbe ihn auch in ihrer Welt und sie müssten ihn nun dort besser kennenlernen. Der grüne Nebel, das Böse im Film, ist dann wohl eine Art manifestierte Versuchung. Damit ist die zauberhaft-mysthische Atmosphäre in den Büchern rückwirkend für alles bisher Gewesene dahin, der Film kann sich durch tolle Nebencharaktere und eine kräftige Prise Emotionalität zum Glück noch retten. Kindern fällt das alles vielleicht gar nicht so auf, manche gekräftigt es vielleicht sogar nur Atheisten müssen wohl ein wenig schlucken.
Trotzdem: schöne Vorweihnachtsfantasie in zwei Versionen, mit und ohne gruselige Szenen für große und kleine Zuschauer

Montag, 6. Dezember 2010

Veronika beschließt zu sterben

Eine Paolo Coelho Verfilmung von Emily Young mit Sarah Michelle Gellar als Veronika.
Da es um Veronika geht steht und fällt dieser Film mit seiner Hauptdarstellerin, und er steht, wenn auch auf wackligen Beinen. Schon als Buffy konnte Frau Gellar gut Leiden und das beweist sie hier wieder gut. Leider schafft sie es nicht authentisch heruntergekommen zu sein, ihre Interpretation der Protagonistin lässt immer Stärke durchschimmern.
Eigentlich eine Ode an die Lebensfreude und das bewusste Wahrnehmen rutscht der Fokus des Betrachters eher auf den behandelnden Psychiater David Thewlis (Remus Lupin in den Harry Potter Filmen), der den kaputten Seelendok äußerst sympathisch mimt. Sollten wir nicht alle auf unsere eigenen Ratschläge hören?
Der männliche Part (Jonathan Tucker) ist ein wenig schwach und unpräsent.
Ein weiterer Film in einer Psychiatrie und darüber hinaus, leider kommt er sicherlich nicht an die Vorlage heran und avanciert zum Frauenfilm: beste Freundin, Eis, Weltschmerz und Happy End...

R.E.D.- Älter, Härter, Besser

Hollywood entdeckt die nachberufliche Lebensphase für sich, sowohl inhaltlich als auch als Zuschauer.
Sie waren alle mal extrem gute Agenten und jetzt sind die im Ruhestand, wollen es aber nicht wirklch lassen. Eine unglaubliche Besetzung, die es schafft, es keine Minute langweilig sein zu lassen. Bruce Willis pflegt sein Ich-bin-ne-supercoole-Sau-Image zu schau, Morgan Freeman ist der altehrwürdige, Helen Miren zeigt, dass man auch im Ruhestand noch Feuer haben kann, John Malkovoich stellt sie alle in den Schatten, Marie- Louise Parker (Die Geheimnisse der Spiderwicks) ist die perfekt neurotisch-liebenswürdige Nebenrolle und Karl Urban (Pathfinder) erinnert, weibliche Pulse steigernd an Hugh Jackman in Deception.
Alle toll, die Handlung überrascht auch an der ein oder anderen Stelle, ein guter Unterhaltungsfilm mit ordentlich Tempo und Witz, perfekt für einen Abend mit Freunden oder Eltern ...

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1

Der lang erwartete vorletzte Teil. Auf jeden Fall ist er besser als sein Vorgänger, gerade Daniel Radcliffe überzeugt mehr und verkörpert den härteren Harry (im Vergleich zum Buch) sehr gut! Emma Watson überstrahlt die beiden Herren etwas und Rupert Grint hat auch an Präsenz zugelegt und dabei keine Angst vor Häßlichkeit.
Die inhaltlichen Kürzungen machen Sinn und sind schlüßig auch wenn ein wenig der Blick IN die Köpfe der Protagonisten fehlt, der im Buch sehr ausfürhlich getätigt wird. Es ist ein großes Plus, dass sich der Regisseur der Reihe in den letzten 3 Filmen nicht geändert hat, so können Kleinigkeiten besser wieder aufgegriffen werden auch wenn Yates dem Teenie- Genre nicht ganz entfliehen kann und damit wieder ordentlich Pathos mitliefert.
Die Stimmung ist wieder, typisch Team Yates, ansteckend und irgendwo zwischen mysteriös und schaurig-schön, ein lohnender Auftakt zum Ende, nur nicht für Potter- Neulinge, die sollten bitte bei Teil 1 anfangen.

Wir sind die Nacht

Vampire in Berlin- wann wenn nicht jetzt... Unser Zeitalter ist das der Blutsauger, Fernsehen, Kino, Belletristik- was wären sie nur ohne die sexy Untoten!?
Man mag von dem Wirbel um die fangzähnigen Nachtgestalten halten was man mag, es war klar, dass Deutschland seinen Teil dazu beitragen musste. Glaubt man dem Regisseur (der seiner Freundin natürlich auch gleich eine Rolle ersonn) so liegt das Konzept schon lange in einer Schublade.. und doch... und doch ist es gut, dass es da nicht geblieben ist!
Nach ein paar Startschwierigkeiten mutet der Film wirklich gut an. Das Konzept: Es gibt noch wenige Vampire, alle sind weiblich. Die männlichen wurden alle getötet, da sie zu viel Aufmerksamkeit auf sich zogen. Der Motor des Films ist die Behauptung, dass es für jeden von uns einen Seelenverwandten gibt- nur wir lange soll und kann man nach dieser Person suchen?
Nina Hoss als Alt- Vampirette ist eiskalt, wunderschön und knochenhart, das macht schon Spaß ihr zuzusehen. Caroline Herfurth ist von ganz ganz runtergekommen über ganz dolle schön bis hin zu verzweifelt alles und dabei immer eine Augenweide. Jennifer Ulrich geht neben den beiden etwas unter, obwohl ihre Rolle mehr hergeben würde. Der männliche Gegenpart, Max Riemelt (Napola) macht sich auch ganz gut, kommt aber gewollt gegen die weibliche Übermacht nicht an.
Am Anfang entsteht ein wenig die Angst hier würde nur die alte Lestat- Louis- Geschichte aus Interview mit einem Vampi wieder aufgewärmt und femininisiert: frustrierter alt- Vampi schafft sich schönen jung- Vampir, der mit seinem Schicksal hadert. Doch Regisseur Dennis Gansel schafft es dem ganzen eine eigene Atmosphäre zu geben: Berlin wie man es kennt und auch wieder nicht, schöne Frauen, Action, Mystik und was das beste an dem ganzen Film ist ein offenes Ende und keine stundenlande säuselei in melancholischem Weltenleiden. Kann man sich mit dem Genre Anfreunden, könnte der Film gefallen.

Wall Street

Die Mutter aller Geld- Filme. Interessanterweise aus heutiger Sicht schon wieder interessant! Michael Douglas brilliert und Charlie Sheen füllt die Rolle an seiner Seite ganz gut aus.
Dieser Film ist sein Inhalt, die Form uíst nur sekundär wenn auch äußerst Zweckmäßig. Wer die 2 gut fand muss diesen Film erst recht sehen!

Wall Street 2

Teil 2 des Krisenstreifens um einiges Actionreicher als Teil 1, dabei aber mit einem zu großen moralischen Klumofuß, der bald schin nicht mehr zählt vor Klischee. Michael Douglas gibt die perfekte Mischung aus skrupellos und gut-meinender Familienvater und scheind Shia LeBoef zu Höhenflügen zu animieren. Vielleicht ein wenig zu optisch und zu glatt kommt der Film daher, koketiert aber angenehm mit der finanziellen Situation der Gegenwart.

Charlie St. Cloud- Wie durch ein Wunder

Oh wie flossen schon bei dem Trailer die Tränen!
Disney- Beau Zac Efron miemt Charlie St. Cloud, den überaus erfolgreichen Segler, der nach einem Sutounfall bei dem sein jüngerer Bruder ums Leben kam sein College- Stipendium in den Wind schlägt und auf einem Friedhof in aller Abgeschiedenheit lebt. Was ihn von anderen noch mehr unterscheidet ist die Tatsache, dass er jeden Tag bei Sonnenuntergang mit dem Geist (?) seines kleinen Bruders, der Angst vor dem nächsten Schritt hat, die versprochenen Baseball- Stunden gibt. Als nun eine junge, hübsche Weltumseglerin in ihren Hafen einläuft um sich auf ihre Weltumseglung vorzubereiten gerät Charlies Routine ins wanken.
Was ein philosophieren über den Tod als weiteste aller Reisen hätte sein können, verliert sich ein wenig in der dramatischen Liebesgeschichte samt Lebensrettung gespickt mit einer Prise übernatürlichem. Der kleine Bruder gibt sein Leben im Zwischen ein wenig zu einsichtig her um das Happy End zu geährleisten.
Trotz alles Highschool- Musical- Antipathie kann man nicht umhin Zac Efron die ein oder andere Spur Talent anzuerkennen. Der Film würde ohne ihn nicht funtionieren,auch wenn er als gänsejagender Friedhofsmeister immer ein wenig zu gut aussieht.

Die Legende der Wächter

Die Macher von Happy Feet haben sich wieder an die Computer gesetzt und wundervolle Bilde rzu Stande bekommen.Es fällt auf, das jemand (Zack Snyder), der sonst eher Actionstreifen realisiert, hier das Sagen hatte.
Leider bleibt neben den sagenhaften Animationen und den traumhaften Bildern der Inhalt mehr als auf der Strecke. Die Handlung ist vorhersehbar, es gibt den verlorenen Sohn, es gibt einen halb vergessenen Mythos, den der junge Held erst wiederentdecken und dann retten wird. Auf der anderen Seite gibt es das Böse in Form rassistischer Eulen, was natürlich in einer Fehde mit den Mythischen Helden liegt, besonders aber mit dem Lehrer des sympathischen Helden.
Wohlwollend ist noch zu erwähnen, dass es keine Glorifizierung der Gewalt gibt und, dass nach einer Schlacht der Siegestaumel meist ausbleibt. Doch alles in allem ist der Film dann doch eher enttäuschend, obwohl ptisch ein absoluter Augenöffner!

Linie 1

Der überaus unterhaltsame Film zum Musical des Grips-Theaters Berlin. Ein Schienen- Movie mit allerlei Stereotypen, lustigen Liedern und einer Menge Berliner Flair. Perfekt für jeden lcokeren Musical- Abend!

Gia- Der Preis der Schönheit

Der Film über das angeblich erste wahre Supermodel der USA, gespielt von Angelina Jolie.
Gia ist schön, sexy, rebellisch und ziemlich kaputt. Man kann schon verstehen, dass die junge (1998) Miss Jolie einerseits wie geschaffen für die Rolle scheint, sie ursprünglich aber nicht annehmen wollte, da sie fürchtete sich in der Rolle zu verlieren. Doch wie immer, wenn sie morbide Charaktere verkörpert zieht sie den Zuschauer unaufhaltsam in ihren Bann. Sie ist faszinierend und kann einfach nur unglaublich gut leiden, wobei sie keine Angst vor Häßlichkeit hat! Wahrscheinlich liegt hier auch schon der Grundstein für ihren Oscar- Charakter Lisa in Girl, interrupted!
Der Film besteht, unüblich für diese Zeit, aus episodischen Elementen mit vielen fiktiven Interviews mit Nahestehenden des Models, die zeigen, wie unterschiedlich die Rollen sind, in die wir tagtäglich schlüpfen.
Die Geschichte der Schönen, die eine zerbrechliche Beziehung mit einer Visagistin eingeht, wie und ob sie mit dem Leben klar kommt ist dieser Film, den man nicht sehen sollte, wenn man danach noch fröhlich beisammen sein möchte!

Smart People

Der Trailer verspricht einen persiflierenden humorigen Film, den man sehen möchte. Der Film kann dieses Versprechen leider nicht halten..
Es geht um alternde Akademiker, unerwünschte Verwandtschaft und lebenslanges Lernen. Sogar Ellen Page, von der man eigentlich gern etwas mehr schauspielerischer Leistung sehen möchte, geht in den Klischees unter.
Vielleicht als Untermalung für einen Abend unter Freunden geeignet, aber nicht abendfüllend.

Precious- Das Leben ist kostbar

Ein unglaublich ergreifender Film über innere Stärke.
Clareece Prcious Jones ist 16, zum zweiten mal Schwanger und fliegt deswegen von der Schule. Ihre labile, sie misshandelnde Mutter will sie zur Fürsorge treiben und hält nichts von Bildung. Trotzdem geht Prcious zur Alternativen Schule "Each one, Teach one" und beginnt lesen und schreiben zu lernen.
Dieses Stück des Lebens einer jungen schwarzen eines New Yorker Ghettos der 80er Jahre, die unter den widrigsten aller Umstände trotzdem nicht den Lebenswillen verliert besticht durch emotionale Tiefe, eine brilliante Stimmung und hervorragende Schauspieler. Nichts für einen unterhaltsamen Abend aber absulut Sehenswert!!!

Freitag, 27. August 2010

Edward mit den Scherenhänden

Zeitloser Liebling aller Burton und/ oder Depp- Fans. Der künstliche Mensch Edward, leider unvollendet noch mit Scheren als Hände, da sein Erfinder starb, kommt in die Bonbon- Welt der Avon- Verkäuferin Peg und deren Nachbarschaft. Unsicher und verloren wird er dort zur absoluten Atraktion, was wenig später kippt.
Mit diesem Film bewies Tim Burton, dass er das Zeug zu einem großen Illusionisten hat. So surreal wie die Welt von Edward auch ist, so ist sie immer auch ein klein wenig Spiegel der Realität. Johnny Depp stellt zu diesem Zeitpunkt wiederum unter Beweis, dass er noch viel mehr kann, als nur gut aussehen. Ungeschickt, sensibel und naiv versucht er sich als Edward in Barbies Geburtsort (so sieht es zumindest aus) zurechtzufinden.
Ein absolutes Stück Filmentwicklung!

Das wilde Leben

Uschi Obermaier war die Ikone einer Generation. "Sie lebte den Traum." Dem Film nach zu urteilen tat sie dass wirklich, allerdings ohne großes Bewusstsein. Den ganzen Film über kommen einem gewisse Zweifel über ihre Intelligenz, doch schön anzusehen ist der Streifen trotzdem.
Sie hat einiges erlebt, die Uschi: Kommune 1 (Matthias Schweighöfer als Rainer Langhans), Tour mit den Stones (Alexander Scheer total abgefahren als Keith Richards), Reisen im Wohnwagen rund um die Welt usw. Unterhaltsam ist der Streifen allemal, nur nicht sonderlich lehrreich über die 68er, doch diesen Anspruch hat er wohl auch nicht...

Chocolat

Johnny Depp und Schokolade- was kann man mehr wollen. Doch der Herr Depp spielt in diesem Film wirklich nur eine untergeordente Rolle. Juliette Binoche glänzt in ihrer Rolle als Verführerin durch die Kakaobohne.
Sie mischt mit ihren Köstlichkeiten eine kleine (fromme!) gemeinde in Frankreich genau zur Fastenzeit auf. "Man sagt- Schokolade trüge die tiefsten Sehensüchte aus den Herzen der Menschen hervor" Sie macht sich damit Freunde und Feinde. Die Wärme ihrer Person wird bis aufs Äußerste ausgereizt, doch am Ende wird trotzdem alles gut und die Schokolade und die Kleinstadt schließen Frieden.
Eine Hommage an Schokolade, Fernweh, Veränderung, Toleranz, Freiheit und von Herzen kommende Ruhe mit traumhafter Musik.

Dangerous Minds – Wilde Gedanken

Der Film dessen Soundtrack (Coolio- Gangstas' Paradise) noch heute gern im Kino gespielt wird, hat inzwschen 15 Jahre auf dem Buckel. Michelle Pfeiffer trägt den Film und verkörpert die harte aber herzliche ex-soldatische Lehrerin recht gut. Wirklich inspirieren ist die Illustration des Themas Lyrik durch Texte von Bob Dylan.
Das Leben der Kinder aus den Ghetto ist freilich recht klischeehaft und die sich aufbauende Nähe zwischen Schülern und Lehrerin eher unprofessionel und der sich ankündigende Konflikt vorhersehbar. Der Film ist bemüht authentischzu wirken, schafft dies leider nicht ganz. Trotzdem ist es kein Film, den man in der Mitte wieder aus macht. Er bildet den Grundstein für viele folgende Filme, die sich um dieses Thema kreisen. (Möchegern) Pädagogen sollten ihn sich auf jeden Fall ansehen...

Charlie und die Schokoladenfabrik

Tim Burtons Reinszenierung des alten Kindermärchens ist ein Schmaus für Augen, Ohren und Herz. Er arbeitet mit vielen regelmäßigen Weggenossen zusammen: Ehefrau Helena Bonham- Carter, Kumpel Johnny Depp,  Musik- Magier Danny Elfman und noch einigen mehr.
Die Quietschbunte Welt des Willie Wonka, der Herzensgute Charlie und das Schiksal seiner Familie erwecken die Sympathie der Zuschauer in Windeseile. Die singenden und tanzenden Umpa- Lumpas liefern die schönsten Arrangements zu den laufenden Kinderklischees, die Charlies mitstreiter sind.
Wenige Filme verdienen diesen Titel wirklich, aber dieser Film ist wirklich ein Spaß für die ganze Familie!

Benny und Joon

Als Johnny Depp sich vom der gesteigerten Aufmerksamkeit um seine Person zurückzog um an kleineren Filmen mitwirken zu können, entstanden einiger der schönsten Filme mit ihm. In Benny und Joon geht es um ein Geschwisterpaar. Benny (der ältere) arbeitet hart und kümmert sich rund um die Uhr um seine jüngere, psychisch kranke Schwester (Joon), die die Angewohnheit hat, durch ihre Eigenarten sämtliche Haushaltshilfen zu vergrausen. Bis sie Sam (Johnny Depp) beim Pokern gewinnt.
Sam ist ein ruhiger junger Mann, dessen Verhalten irgendwo zwischen Buster Keaton und Charlie Chaplin inspiriert wird. Die beiden verlieben sich und Benny muss nicht nur innere Koflikte austragen.
Ein Film über Toleranz, Freiheit, Selbstbestimmung, Loslassen, Vertrauen und ein kleines bisschen Liebe. Eine schräge Art die Realität zu betrachten, kann manchmal leichter sein, als sie einfach nur zu ertragen

Girl, Interrupted (Durchgeknallt)

Ursprünglich sollte Wynona Ryder ihre zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon gut laufende Karriere noch ein wenig mehr ankurbeln, keiner erwartete, dass die damals eher als seltsam bekannte Angelina Jolie eine herausragende Leistung abliefern würde.
Ein Film über eine junge Frau mit psychischen Problemen (Borderline Persönlichkeitsstörung), ihren Kampf gegen die Klinik, mit anderen Bewohnern der psychiatrischen Einrichtung und am Ende ihren Weg hinaus. Die Haupthandlung verliert allerdings an Bedeutung, da Angelina Jolie (irgendwo zwischen absolut irre, gefählich und verführerisch) alle Aufmerksamkeit auf sich zieht und man insgeheim hofft, dass es auch für sie ein glückliches Ende nimmt. Whoopi Goldberg und Jared Leto runden das Bild der gesamten Filmcrew noch hübsch ab.
Wenn auch schon über 10 Jahre alt, hat dieser Film immernoch aktualität. Borderline Persönlichkeitsstörungen, Anorexien, alles wird heute eher mehr als weniger diagnostiziert und doch selten in großen Produktionen thematisiert. Ein durchaus sehenswerter Film, wenn auch etwas durchschaubar.

Donnerstag, 4. Februar 2010

Sherlock Holmes

Um diesen Film genießen zu können, darf man höchstwahrscheinlich kein eingefleischter Fan des Detektiven aus der Baker Street sein. Wenn man sich von der Erwartung frei machen kann, Holmes sein ein großer, hagerer und eher ruhiger Zeitgenosse, begleitet von dem eher kompakten Watson, dann macht dieser Film unter Umständen sogar Spaß!
Die Vorzüge dieses Films sind seine unglaublich ansteckende Atmosphäre (düster, geheimnisvoll und geladen), eine sehr dynamische Besetzung und die zwar unkonventionell aber spannend angelegten Charaktere! Man schließt den leicht neurotischen, aber genialen Holmes dirket ins Herz und glaubt Watson kein bisschen, dass er das Leben mit dem Detektiven satt hat.
Dagegen hinkt der Film leider etwas auf der inhaltlichen Ebene. Es gibt einen magischen Kult, der Holmes Rationalität zu überfordern scheint. Eine junge Frau taucht auch noch auf, die dem Detektiven offenbar schon mehrfach begegnet ist- wobei beide natürlich Spuren davon getragen haben. Das Ende bleibt offen und der ominöse Professor Moriarty (eine Romanfigur Doyles, aber auch schon in anderen Filmen wie "Die Liga der außergewöhnlichen Gentleman" verwendet") kann nur in der Ferne als mögliche Endgegner erahnt werden.
Je nach Verkaufszahlen ist man geneigt zu behaupten: "Fortsetzung folgt"!?
Trotzdem ein spannender Unterhaltungsfilm, der, istman bereit ihn auf sich wirken zu lassen, ein unterhaltendes Filmerlebnis werden kann.

Mittwoch, 3. Februar 2010

New Moon

Teil zwei der Filmreihe mit dem schlechtesten deutschen Titel der Gegenwart.
Es bleibt nicht viel zu sagen über Teil zwei, was nicht schon zum ersten Teil gesagt wurde.
Ja, der Film ist nett (im sinne von schön) und ja, er spricht immernoch ein gewisses Hormonlevel an. (Es wurde berichtet von kreischenden Kinosälen, jedesmal wenn Vampir oder Wolf sich ihres Oberteils entledigten). Der neue Regiseur (Der Goldene Kompass) bringt etwas mehr Action und weniger Idylle mit sich. Ein schöner Film, aber man muss Fan sein!

Das Kabinett des Dr. Parnassus

Vor diesem Film gab es kein Entkommen! Wer die Kinovorschau gesehen hat, wurde mit fantasievollen Bildern, einem Pakt mit dem Teufel, Heath Ledger und seinen ihn vertretenden Freunden (Johnny Depp, Jude Law, Colin Farrell) gelockt. Nach diesem Trailer dachte ich, ich hätte es eventuell mit einem etwas heitereren aber würdigen Tim Burton- Nachfolger zu tun, der sich, wie es scheint, der Geschichte eines Mangas angenommen hat- weit gefehlt.
Natürlich ist die Leistung der Schauspieler zu würdigen, die den Film eindeutig aufwerten. Auch die Lösung, die fehlenden Heath Ledger- Szenen sinnvoll zu ersetzen ist zíemlich clever und leuchtet sogar ein.
Aber die Besetzung kann noch so toll sein, wenn die Handlung nicht genügend hergibt, wird trotzdem kein Meisterwerk daraus! Es ist un bleibt ein unbefriedigendes Film- Erlebnis. Man möchte unbedingt, dass Heath Ledger der tragische Held ist, der er vorgibt zu sein und dass Dr. Parnassus dem Teufel in strahlender Art und Weise entkommt- aber nein.
Der Film bleibt deutlich unter den geweckten Erwartungen!

Avatar- Aufbruch nach Pandora

Was wurde um diesen Film für ein Riesenbrumborium veranstaltet! Erstmalige, digitale 3D- Technik, der Titanic- Regisseur und und und... Man kann ja gar nicht anders als ihn sich ansehen, allein um zu wissen ob die Allgegenwärtigkeit berechtigt ist...
Nach zweimaligen sehen, normal und 3D, muss ich sagen: nicht schlecht!, aber auch nicht monumental.
Gerade in 3D, wenn auch recht teuer, entfaltet der Film seine faszinierende Wirkung. Eine neue Welt, unbeschadet und rein. Sie ist natürlich auch gefährlich und, wie könnte es auch anders sein, gibt es unglaublich wertvolle Bodenschätze, die der böse Mensch unbedingt haben will- auch wenn er die Ureinwohner dafür vertreiben muss.
Ganz nüchtern betrachtet, erinnert die Handlung ein wenig an "Pocahontas", gemischt mit ein paar winzigen Anspielungen über den menschlichen Umgang mit natürlich vorkommenden Rohstoffen. Die Welt der Na'vi (die Ureinwohner) ist dennoch so faszinierend, so magisch, dass man direkt eintauchen möchte.
Die Idee einer Natur, die bioelektrisch, wie durch Synapsen, miteinander verbunden ist, hat eine unleugbare Anziehungskraft. Zusammen mit der offensichtlichen Harmonie zwischen der blauen Bevölkerung und ihrer Umwelt wird hier alles projeziert, wie Mensch es wohl gern hätte.
Eine wirkliche gelungene Zerstreuung, die wahrscheinlich ein bisschen zu sehr auf dem moralischen Klumpfuß steht, als das alle Zuschauer wirklich und nachhaltig darüber nachdenken. Es ist eher ein Wunschspiegel, in den man eintauchen kann, wenn man will. Es lohnt sich aber bestimmt!

Dienstag, 2. Februar 2010

Der Himmer über Berlin

Wim Wenders schreibt im Begleitheft, er wollte eine Art „Filmgedicht“ schaffen. Zweifelsohne ist ihm das gelungen! Zwischen schwarz-weißer Ästhetik und bunten, intensiven Szenen herrscht den gesamten Film über eine Ruhe und Harmonie, in die man eintauchen möchte.
Man erlebt mit Begin des Films die monochrome Sichtweise der Schutzengel auf unsere Welt, zuhörend, liebevoll. „Es ist herrlich nur geistig zu leben.“ Und doch sehnen sich beide nach Substanz- nach dem Mensch-sein. Einer von ihnen wagt den Schritt, angestoßen über seine Fszination für eine Trapezkünstlerin. Ein wahrlich faszinierender Film von Wim Wenders, unterstützt von Peter Handke und mit Bruno Ganz und Peter Falk.
Wie ein wirklicher Traum!

Idioten

Den ganzen Film über fragt man sich, wer hier wirklich der Idiot ist und wer nicht. Es ist interessant eine Gruppe von Menschen intensiv zu beobachten, die versuchen „ihren inneren Idioten“ zu finden.
Am Anfang kommt man in Versuchung mitmachen zu wollen, doch als der Spaß mehr und mehr ein verbissen verfolgtes Ideal wird hofft man nur noch auf Erlösung. Es gibt eine Menge Andeutungen über den Umgang mit geistig Behinderten in unserer Gesellschaft, alle mehr oder minder schmeichelhaft. Mindestens genauso aufmerksamkeitsbindend sind die psychischen Profile der Figuren. Warum machen die das eigentlich?
Die kleinen Interviewsequenzen erklären die Figuren zwar etwas besser, trotzdem kommt man nicht umhin den Film noch eine ganze Weile nach Abschalten des Abspielgerätes im Kopf zu behalten –zu recht!