Montag, 5. November 2012

Merida (Brave)

Das Mädchen mit den traumhaften roten Haaren ist wohl den meisten auf den Filmplakaten schon aufgefallen. Sie werben für ein neues Pixar Abendteuer, welchen (neu!) in den schottischen Highlands spielt.
Die Handlung ist nach der klassischen Märchenstruktur à la Grimm und Andersen: verzwickt und Düster inklusive Moral. Es kämpfen mal wiedder Tradition gegen Innovation, Selbstbestimmung gegen Kollektivismus, Mensch gegen Tier und vor allem Mensch gegen sich selbst.
Interessant und auch wirklcih schön bei diesem Film ist, wie die zwischenmenschlichen Besziehung, -gefüge und Eigenheiten dargestellt werden. Gerade die erste Hälfte lässt häufig laut auflachen und erfreut das Herz. Hälfte zwei holt dann wieder den Bogen zu Disneys üblichen Heldengeschichten und kommt ab und zu bekannt vor.
Die Animationen sid gemäß der aktuellen Tecknik traumhaft, wenn auch ohne Anspruch an Realitätstreue, was dem ganzen den Trick-Zauber erhält. Und auch wenn sich Pixar hat von Disney kaufen lassen (wie neulich auch Lukas-Film) ist es kein Musical: gesungen wird inn Merida nicht.
Besonders ist noch: im Originalton wurde der Film von ausschließlich schottischen Sprechern synchronisert, was allein schon eine große Sprachfreude ist, engllischer Untertitel wird trotzdem empfohlen.
Also: Für groß und kleine ein sehr netter Film mit guter Laune, Spannung und Kampfgeist. Ideal für den familialen Kinobesuch!

Sid and Nancy

Einige Schauspieler können es einem ja so richtig antun: einer davon, der mit der Umsetzung seines Gewerbes immer wieder Augen und Münder öffnet: Gary Oldman.
Einer der ersten Filme, mit denen Herr Oldman Aufmerksamkeit erregt hat,  war Sid and Nancy (1986) als Sid Vicious, Bassist der Sexpistols und "Punk-Legende".
Die Handlung des Films kreist um die Beziehung des Groupies aus den USA und dem Bassisten einer Pukband aus London in einer Zeit, in der "Punk" gerade geboren wurde. Es geht um innige Liebe, Punksein und Drogenkarrieren und das Ende dieser legendenartig geferierten Beziehung. Wie realitätstreu die Handlung allerdings ist, lässt sich nicht sagen.
Was bei diesem Film im Kopf bleibt ist die Leistung des damals noch recht jungen Mr. Oldman. Andere schreiben "er lebt den Moment der Selbstzerstörung" über Vicious und man kauft es Oldman, der so seine eigenen Erfahrungen mit Grenzen hat, auf gar gruselige Art und Weise ab.
Nancy wird im übrigen von der recht unbekannten Chloe Webb (Shameless) gespielt und obwohl auch ihre Leistung in dem Film beeindruckend ist, blieb sie seitdem eher unbeachtet. Soe versteht es auf scheibar ungewollte Art und Weise die Antipathi im Film auf dieses psychotische, naive Kind zu siehen-was der nicht minder naiven Punk-Ikone die erste Nadel setzt.
Wer sich also an schauspielerischen Leistungen erfreuen und einen Drogen/Punkfilm sehen möchte, dem sei Sid and Nancy sehr ans Herz gelegt. Der Rest wird den Kopf schütteln über so viel Heroisierung zweier Heroinsüchtiger

Skyfall

50 Jahre James Bond- 23 Filme-8 Darsteller. Regisseur Sam Mendes (Jarhead, American Beauty) kündigte  den Film dritten Film mit Daniel Craig als Hauptdarstelle, als "klassischen Bond" an...
Der MI6 wird bedroht, wichtige Informationen wurden gestohlen, Bond jagt den Dieb. So weit nichts Neues. Dieses Mal rückt der Film "M" (Judi Dench) auf die Pelle und enthebt die Übermutter des britischen Geheimdienstes ihrer schimmernden Postition, aber nicht ohne sie später wieder hübsch zu drapieren.
Die Handlung ist ganz Bond-typisch fast schon sekundär. Viel wichtiger sind diesmal die Personen, die gleichzeitig das zweite Thema des Films mit Humor und Charme wiederspiegeln: Klassisch gegen Modern, oder Oldschool vs. NewSchool.
Klassische Charaktere werden vorgestellt: (Naomi Harris, bekannt als Tia Dalma aus Fluch der Karibik), es gibt einen Neuen "Q" (Ben Wishaw, dessen Gesicht als Schnüffelmörder Jean-Baptiste Grenouille aus dem "Parfum" bekannt sein sollte), der ein bisschen an den Sherlock Holmes der modernen britischen Serie erinnert und das Team wunderbar bereichert. Was wäre auch ein Bond-Film ohne Bösewicht: Javier Bardem (Biutiful), hält was sein Ruf inzwischen verspricht (großartig): Man erkennt ihn am Anfang gar nicht- so ganz erblondet und einen kleinen homoerotischen Moment mit Bond persönlich darf er auch noch haben...
Wer Tiefe sucht, wird sich sicher gar nicht erst für einen 007 entscheiden. Doch wer Unterhaltung sucht, Aktionsszenen, schöne Bilder etwas Pathos und einfach spannendes Popkorn-Kino- der wird befiedigt sein. 
"Skyfall" ist kein klassischer Bond: es ist ein morderner Bond, der die Irritationen aus "Casino Royale" und " Ein Quantum Trost" überwunden hat und sich seines Erbes bewusst ist. Lieblingsmoment: Bond braucht ein Auto ohne vefolgbares GPS und holt aus eines alten, schäbigen Garage einen Aston Martin...
Das große, klassische Finale spielt im düsteren Schottland, angekündigt mit der Zeile: "Wir fahren in die Vergangenheit". Hier wird der Film nicht nur seinen Ahnen würdig, er zeigt auch, dass er modernes Kino mit Anspruch ist und beleuchtet Charakterhintergründe, die sonst nicht zur Sprache kamen.
Die klassische Moderne siegt am Ende und begrüßt Ralph Fiennes als zukünfitiges Mitglied der Bond-Familie. Ein wunderbarer Kinofilm zum alleine schauen, wie auch als Großereignis!

Samstag, 15. September 2012

Slumdog Millionaire

Nichts geschieht ohne Grund.
Dieser überaus viel gelobte Film, wird den dadurch erzeugten Erwartungen nicht ganz gerecht, erzählt aber trotzdem auf beeindruckende Art und Weise ein Einzelschicksal. Die Geschichte handelt vom niemals Aufgeben, dem blanken Überleben und natürlich ganz viel Liebe.
Die verschiedenen Handlungsstränge sind immer wieder so miteinander verbunden, dass es spannend bleibt und man nie ganz genau weiß, was wohin führt- abgesehen vom Ende, das ist von Anfang an ziemlich klar.
Der Film von Danny Boyle (Trainspotting) lebt hauptsächlich von den Charakteren und an der Besetzung gibt es wirklich nicht viel zu meckern. Im Gedächtnis bleibt einem natürlich Dev Patel als Jamal Malik, der bereits in der britischen Jugendserie Skins glänzte und auch im Best Exotic Marigold Hotel zu sehen ist.
Ob allein, oder mit Freunden, wer Lust auf eine tolle Geschichte hat, ist mit diesem Film auf jeden Fall gut beraten.

Freitag, 3. Februar 2012

Ziemlich beste Freunde (Intouchables)

Was für ein Film! Der Film ist genau das, was man von Titeln und Plakat erwarten darf. Und so oft gibt es auch keine französischen Blockbuster, der Streifen ist großartig!
Ein reicher Querschnitzgelähmter sucht einen neuen Pfleger... und entscheidet sich für einen jungen schwarzen Mann, der gerade aus dem Gefängnis kommt. Dieser junge Mann hat kein Mitleid, keinen Anstand und so wie es aussieht auch keinen Respekt, dafür aber eine Menge Humor. Sein Arbeitgeber hingegen liebt Kunst, das Fliegen und intelektuelle Konversationen.
"Ziemlich beste Freunde" beruht auf einer wahren Begebenheit und das verleiht dem ganzen auch seine unglaubliche Kraft. Es geht um zwei grundverschiedene Menschen die in Freundschaft zueinander finden. Es geht um Selbstbestimmung und Lebensqualität, um politisch inkorrekten Humor, Respekt und Menschlichkeit. Es geht darum in den eigenen Schuhen laufen zu können... oder eben auch nicht.
Besetzung und Umsetzung werden der Geschichte gerecht und tretn gegenüber dieser spannenden Kombination doch in den Hintergrund. Man denkt an keinen Namen mehr, keinen früheren Film, sondern sieht nur die dargestellte Person. Und das ist das höchste Lob bei einem Film mit realem Hintergrund, das ich habe!
Der Film ist ein riesengroßer Spaß, der alles mitnimmt und dazu noch berühren kann. Es bestätigt sich wieder einmal, dass keine noch so gute Besetzung und kein astronomisches Budget eine gute Geschichte ersetzen kann!
Ob allein, mit Freunden oder Familie, dieser Film lohnt sich immer!

Eine dunkle Begierde (A dangerous method)

Viggo Mortensen  (Der Herr der Ringe), Vincent Cassel (Staatsfeind Nr. 1), Michael Fassbender (X-Men: First Class) und Keira Knightley (Fluch der Karibik) in einem Film von David Cronenberg (Tödliche Versprechen) über Sigmund Freud und seinen Freund Carl Jung. Da schlägt nicht nur Hobbypsychologen das Herz höher.
Die Geschichte ist ein typische Keira Knightley Film, beruht aber auf einer wahren Begebenheit. Die Geschichte ist ähnlich wie die, der Anna O.. Eine junge Frau mit psychischen Problemen, ein Therapeut mit eigenen und ganz gemäß Hollywood: Sex. Im Gegensatz zu Anna O. ist Sabina Spielrein (Keira Knightley) eine Patientin eines 'Schülers' oder 'Bewunderers' von Freud (Viggo Mortensen), nicht seines Lehrers.

Neben der breit inszenierten Liebesgeschichte wird immerhin die fachliche Seite ein wenig beleuchtet. Freud wird so dargestellt, wie ich ihn mir schon immer vorgestellt habe: autoritär, unnahbar, selbstsicher, Zigarre rauchend und von sich eingenommen aber doch am wissenschaftlichen Diskurs interessiert. Mortensen leistet ganze Arbeit, was ihn betrifft. Eigentlich war ja Christoph Waltz für die Rolle vorgesehen, der hat den Eletieren aber lileber H2O verabreicht. Mit Mortenses Freud möchte man sich einfach unterhalten, erfahren, was er zu eigenen Erkenntnissen sagt, ihm zuhören- eine wirklich gute Darstellung.
Herr Fassbender wird in einschlägigen Magazinen als aufstrebender Charaktrdarsteller gehandelt. So ganz füllt er diese Erwartungen nicht aus. Er spielt wieder einen strengen, selbstdisziplinierenden Mann, der sich selbst im Weg steht. Neu ist die Schwäche und die Verletzlichkeit, die er in diesem Film zeigt. Er zeigt Jung als einen im Schatten Freuds aggierrenden Charakter, der mit sich selbst nicht klar kommt und seinen Hang zur Esotherik wissenschaftlich zu ergründen versucht.
Viele Schaupspieler haben ihrer Karriere schon einmal einen Schubser nach Oben verleihen können, indem sie jemanden mit psychischer oder kognitiver Beeinträchtigung gespielt haben (Johnny Depp, Leonardo diCaprio, Angelina Jolie,...). Sicher es ist nicht einfach: und doch, sie macht es nicht schlecht. Die Spasmen, das stereotype Verhalten, manchmal übertreibt Frau Knightley aber auch ein bisschen, aber lass uns das auf Hollywood schieben. Das Fräulein Spielrein ist eine Rolle mit vielen Facetten, die Frau Knightley alle gut ausfüllt. Aber so richtig will der Funke dann letzten Endes doch nicht überspringen.
Und warum Vincent Cassel in den letzten paar Jahren immer wieder die Hedonistenrollen bekommt ist mir auch ein Rätsel. Gerade er kann nun wirklich einiges mehr!

Der Film als Ganzes ist irgendwie zu klinisch, zu sauber. Es sind immer wieder die gleichen pathetischen Kameraeinstellungen mit Spielrein im Vordergund, Jung im Hintergrund. Die Bilder sehen immer aus wie Gemälde und entwickeln keine richtige Dynamik. Das Gesamtbild bleibt zudem auch unbetrachtet. Es wird noch gezeigt, dass Spielrein selbst Psychologin wird und sich auf Kinderpsychologie spezialisieren will. Dass sie es aber auch ist, die PIAGET irgendwann acht Monate lang therapiert, bleibt ungesagt. Wie eng das genze Geflecht der Psychoanalyse zusammenhängt und wie viele selbst therapiert wurden und was davon heute noch besteht, wird ab und an mit kryptischen Andeutungen und Floskeln abgespeist.
Den Film auf englisch zu sehen ist eine Herausforderung. Es ist mir nicht ganz klar WAS für einen Akzent die Schauspieler vorgeben zu haben, aber gerade Herr Mortensen ist wirklich schwer zu verstehen.

Im Großen und Ganzen gilt: Interessanter Film, aber mehr Oberfläche als Inhalt. Hübsch anzusehen und gute Besetzung, sehr gut durch das überbearbeitete Plakat illustriert.

Mittwoch, 25. Januar 2012

The Girl with the Dragon Tattoo

Wie es eben so ist, wenn sich in Europa oder sonstwo außerhalb von Hollywoods Reichweite ein toller Film (in diesem Fall gleich eine ganze Reihe) entwickelt, kann man sich diese Gelegenheit natürlich nicht engehen lassen. Knapp drei Jahre nach dem Erscheinen des schwedischen Films ist 'The Girl with the Dragon Tattoo' in die Kinos gekommen und verspricht für sich und seine beiden Nachfolger hohe Verkaufszahlen.
Immerhin wird dem Stoff aus Stieg Larssons Millennium Trilogie der entsprechende Respekt gezollt und es werden nur kompetente Menschen ans Werk gelassen. Allen voran Regisseur David Fincher (Fight Club). Daneben gibt Daniel Craig (James Bond) den Mikael Blomkvist und die blutjunge Rooney Mara übernimmt mit Lisbeth Salander eine der komplexeren Hauptrollen, die aktuell im Kino zu sehen sind und bekam auch direkt eine Oscar- Nominierung als beste Hauptdarstellerin.
Der Film an sich kann bei der Handlung gar nicht anders als ein Erfolg werden, wenn man vernünftig  mit dem gegebenen Material umgeht. Er ist düster, komplex, spannend und zeitweise ziemlich brutal. Beide Hauptdarsteller leisten sehr gute Arbeit, auch wenn man sich fragen muss warum Herr Craig immer so seine Lippen vorschiebt.. Ansonsten sieht er sogar fast ein wenig zu gut für den Mikael Blomkvist aus, doch so ist nunmal Hollywood. Rooney Mara überzeugt ebenfalls als dunkler Racheengel, Hacker und coole Ermittlerin, auch wenn sie schon wieder ein wenig zu verletzlich ist.
Doch wer anderen etwas nachmacht, muss damit rechnen verglichen zu werden. Nennt mich parteiisch, aber ich konnte nichts finden, was in dieser Version BESSER ist als in der schwedischen. Zum Beispiel wurde die Handlung an einigen Stellen verändert- das ist nicht weiter tragisch, aber es stellt sich die Frage was jetzt näher am Buch ist... Der größte Unterschied ist Lisbeth. Man merkt eindeutig, dass Rooney Mara um einiges jünger ist als Noomi Rapace. Ihre Lisbeth Salander ist weicher und irgendwie auch ein kleines bisschen schwächer- und das passt nicht zu dem, was diese Rolle eigentlich ausmacht, es ist ihr ein wenig der Tiefgang verloren gegangen. Dazu kommt noch mehr Sex als im schwedischen Film und es stellt sich die Frage: ist ja alles gut und schön, aber muss das jetzt unbedingt sein? Hollywood eben.

Der Film hat gar keine andere Wahl als gut zu sein, weil die Vorlage großartig ist. Aber wem die Entscheidung mögllich ist: der schwedische Film ist besser! Trotzdem ein spannendes Filmabenteuer in jeder Konstallation ohne Kinder.

Millennium Trilogie

Es waren zehn Bücher geplant, drei konnte Stieg Larsson noch schreiben bevor er starb. Posthum wurden diese drei Bücher zu Bestsellern: Verblendung (schwed.:'Männer, die Frauen hassen'), Verdammnis ('Das Mädchen, das mit dem Feuer spielte') und Vergbung ('Das Luftschloss, das gesprengt wurde'). 2009 wurden die schwedischen Verfilmungen dieser drei Romane veröffentlicht, Hollywood hat bereits nachgezogen.
Die Handlung: Hauptcharaktere sind Mikael Blomkvist (Mikael Nyqvist- Wie im Himmel), ein Enthüllungsjournalist. Einer der letzten Guten, die noch an etwas glauben; und Lisbeth Salander-exzentrisch, schicksalsgebeutelt, düster. Im ersten Teil wird Blomkvist vom Oberhaupt eines Familienkonzerns nach einer journalistischen Pleite angeworben ein Familiengeheimnis zu lösen: einen 40 Jahre zurückliegenden, unaufgeklärten Mord an seiner Lieblingsnichte. Als der Fall sich entwickelt, Blomkvist aber immer wieder vor Sackgassen endet, holt er sich Hilfe von einer jugen Hackerin, die ihn schon für seinen Auftraggeber gründlich durchleuchtet hat.
Lisbeth Salander (Noomi Rapace) hat zu diesem Zeitpunkt schon die ganze Aufmerksamkeit des Zuschauers. Sie verlor eine ihrer wichtigsten Bezugspersonen, bekam einen neuen Vormund, wurde mishandelt hat sich gerächt. Man bekommt innerhalb der ersten halben Stunde eine Ahnung davon wie vielschichtig diese junge, schwarz gekleidete Frau mit dem Piercings tickt. Und trotzdem hat man immernoch nicht die geringste Ahnung wer sie eigentlich ist.
In 'Verblendung' werden gleich drei Fälle gelöst. Es spricht Neonazismus, Frauenhass, Familienstrukturen, Macht und noch einige andere zwischenmenschliche Vorkommnisse an. 'Verdammnis' und 'Vergebung' befassen sich dann noch mehr mit Lisbeth, ihrer Vergangenheit, ihrer Geschichte, ihren Motivationen. Diese junge Frau mit dem fotografischen Gedächtnis kann eiskalt sein und fasziniert über die komplette Länge dieser drei Filme.

Das einzige worüber ich meckern kann, ist dass die Handlung in 'Vergebung' ein wenig zu sehr an Bodenhaftung verliert. Es ist aber auch wirklich auch nur ein bisschen. Und es ist doch ganz schön brutal, zumal die Gewalt auf persönlicher Ebene stattfindet und damit noch mehr mitnimmt. Ich würde mich auf keinen Fall als Thriller- Fan bezeichnen, aber ich war widerwillig begeistert, von der ersten Minute an!
Die Filme, sind düster, spannend, komplex und haben diesen klassischen schwedischen Stil eine Geschichte immer mit einer gewissen Ruhe zu erzählen. Die Schauspieler sind authentisch und alles andere wird von dieser faszienierenden Geschichte einfach mitgerissen und kann gar nicht anders oder schlechter sein. Absolut aufmersamkeitbindend, ob allein oder in der Gruppe. Großartig!

Sherlock Holmes- Spiel im Schatten

Die Mehrteilermanie mach auch vor Sherlock Holmes nicht Halt. Der erste und komplett neu interpretierte Teil über den exzentrischen Detektiv von Regisseur Guy Ritchie war verdienterweise sehr erfolgreich. Neu, schnell, anders, witzig und spannend.
Teil zwei kann da leider nciht mithalten. Das Konzept ist nicht mehr neu, auch wenn es viele neue Figuren gibt. Sherlock Holmes (Robert Downey jr.- Ironman ist plötzlich nicht mehr allein in seinen verschrobenen Sphären sondern bekommt gleich mehrfach Gesellschaft: einerseits natürlich der Endgegner und Holmes Erzfeind Professor Moriarty (Jared Harris). Dazu kommen aber noch der große Bruder Mycroft Holmes (Stephen Fry- Oscar Wilde) und Madam Simza (neu in Hollywood: Noomi Rapace- Stieg Larsson Trilogie), eine Wahrsagerin mit Kontakten zu der Anarchistenbewegung und natürlich Dr. Watson (Jude Law).
An den Schauspielern lässt sich wirklcih nicht meckern, auch die Stimmung ist genauso schön düster wie beim Vorgänger. Aber irgendwie bleibt der fade Nachgeschmack des zweiten Teils haften. Es bleibt eine Fortsetzung, die sich leider nur im guten Mittelfeld aufhält.
Für leichte Unterhaltnung mit ein bisschen Spannung und Spaß ist der Film auf jeden Fall zu haben. Chips und Freunde eingeschlossen. Zum fesselnden Erlebnis reicht es aber leider nicht.

Parada

Ein Film, der in Serbien einigen Wirbel verursacht hat. Es handelt von dem Versuch, in Belgrad, wo heute noch homosexuel lebende Menschen nur aufgrund ihrer Orientierung verprügelt werden, eine Gay-Pride- Parade zu veranstalten. 
2001 gab es bereits eine Gay-Pride in Belgrad, die in einem Blutbad endete. In 'Parada' versuchen ein Hochzeiten planender Aktivist und sein als Tierarzt arbeitender Partner zusammen mit wenigen anderen einen neuen Versuch zu starten. Es gibt Anschläge, Übergriffe, keine Kooperartion oder Hilfe.
Daneben sieht man einen etwas in die Jahre gekommenen, ehemaligen serbischen Veteranen und Kriminellen. Er leitet jetzt eine Judo-Schule und hat eine Security-Firma. Als sein über alles geliebter Hund angeschossen wird, muss sich ein gewiser Tierarzt mit der Waffe am Kopf um den Viebeiner kümmern. Zeitgleich versucht seine Freundin 'Perle' ihre Traumhochzeit planen zu lassen...
Die Tragikkomödie führt diese beiden ungleichen Paare zusammen, als die geplante Gay-Pride ob des mangelnden Schutzes zu platzen droht. Durch den Druck seiner Geliebten sagt der Security-Boss zu, aber alle seine serbischen Freunde ab. So macht er sich zusammen mit dem Tierarzt in dessen kleinen rosa Wagen auf, zu ehemaligen Kriegsgegnern und alten Bekannten. Es geht nach: Kroatien, Bosnien, Kosovo und Albanien...

'Parada' ist eine illustere Mischung aus Klamauk und Ernst. Der Film wurde von LGBT-Aktivisten als zu klischeehaft kritsiert, nur wie anders hätte man die Serben dazu bewegen sollen, sich den Film anzusehen? (Was sie nachweislich in großen Zahlen gemacht haben)
Regisseur Srđan Dragojević ist kein unbekannter in Serbien und hat sich schon des öfteren kritisch zum Zeitgeschehen geäußert. Doch ganz neben dem Thema der Diskriminierung Homosexueller ist ihm eine nette kleine (natürlich total überzeichnete) Allegorie auf die Menschen in Ex-Jugoslawien gelungen: vom Schnaps über Facebook bis hin zu Haustieren und Nostalgie.
Inzwischen gibt es den Film auch mit englischen Untertiteln und jeder, der sich auch nur ein bisschen für die ein oder andere Thematik in diesem Film interesiert, wird nicht bereuen in sich angesehen zu haben!

Breaking Dawn Part 1

Nummer vier und damit vorletzter Teil der Twilight Saga aus der Feder von Stephenie Meyer. Die Handlung ist hinreichend bekannt, deswegen werde ich darauf keine Zeichen verschwenden sondern gleich mit dem meckern loslegen:
Bill Condon (Autor: Chicago, Regie: Dreamgirls) ist inzwischen der dritte Regisseur seit Catherine Hardwicke, der Hand an die Vampir-Schnulze legt- und das merkt man, wenn auch nicht so extrem wie bei den Harry Potter- Verfilmungen.
Natürlich ist die ganze weichgezeichnete Twilight- Familie wieder beisammen: der hübsche Edward (Robert Pattinson), die ergebene Bella (Kristen Stewart), der heißblütige aber nicht minder wölfisch-verliebte Jacob (Taylor Lautner) und und und. Fast alle sehen unglaublich gut aus (Bella zeitweise eher nicht so) und diesmal gehen sich die Fangzähnigen und die Wölfe wieder fast an den Kragen. Traumsequenzen und die Lösung des Konflikts: Liebe...
Das Urteil übder diesen Film fällt ähnlich aus, wie das über seine Vorgänger: unterhaltsam (im Kino gab es auch mal einzelne derbere Lacher von der begleitenden älteren Generation), auf ein bestimmtes Hormon-Level angepasst und handwerklich wahrscheinlich auch gar nicht so übel. Wurde ja auch genügend Geld hineingepumpt.
Ich bin nach wie vor dafür, sich den Film in eine Decke gewickelt und auf der Couch sitzend mit einem Lieblingsmenschen und Eis und/oder Schokolade anzutun, wenn einem nach Kitsch ist und einem dabei nicht schlecht wird! Gute Unterhaltung ist es allemal.

The Help

Lange war Stille in der Filmkrittelei. Die Projektoren standen zu Gunsten des akademischen Abschlusses und mehrer Umzüge und Neuanfänge still. Das ist jetzt vorbei. Rammbock für die verrosteten Tore des cineastischen Geistesschmauses ist : The Help.

Der Film ist Tate Taylors Umsetzung eines Romanes von Kathryn Stockett über das Leben schwarzer Haushälterinnen in den USA der 60er Jahre. Protagonistin ist eine junge (weiße) Frau mit dem Spitznamen 'Skeeter', gespielt von der wunderbaren Emma Stone (Easy A-Einfach zu haben, und bald auch: Spiderman).
Im Grunde geht es um den Rassenkonflikt. Das damalige Motto: 'Gleich aber getrennt', forderte zum Beispiel separate Toiletten für die schwarzen Haushälterinnen zum Schutz der weißen Kinder und aus Angst vor übertragbaren Krankheiten..
Die Haushälterinnen und Kindermädchen indes bekommen mehr mit, als sich ihre Arbeitgeberrinnen auch nur träumen lassen. Hier kommt Skeeter ins Spiel, die nach einer Chance sucht als Journalistin Fuß zu fassen. Sie ist natürlich ganz anders als die hochtoupierten, Twin-Set tragenden, rassistischen Freundinnen, nicht nur optisch. Sie kann erst eine, dann zwei, dann immer mehr der unsichbaren helfenden, stark pigmentierten Hände dazu überreden, auszupacken.
Als Krone des Ganzen wird noch ein Konflikt zwischen einer besonders bideren Hausfrau und einer besonders temperamentvollen Hilfe gezeigt, der ein sehr amüsantes Ende nimmt.

Frühere Kritiken meinen, der Film sei zu klischeehaft und zu idealistisch gezeichnet-Natürlich ist er das. Deswegen ist es ja ein Film und keine Dokumentation. Mir näherte sich 'The Help' auf der menschlichen Seite, mit klaren Sympathieträgern und ihren Gegenspielern. Er zeigte mir eine Gesellschaft die erschreckenderweise wahrscheinlich gar nicht all zu nicht weit entfernt von der Realität war, auch wenn es natürlich Unterschiede gibt.
'The Help' geht zu Herzen, lässt laut lachen und die Strin runzeln. Er ist keine Menschenrechtsvorlesung und auch kein historisches Dokument. Doch meiner Meinung nach aud jeden Fall sehenswert! Haupthilfe Viola Davis wurde gerade eben auch für einen Oscar als beste Nebendarstellerin nomoniert.

Sonntag, 17. April 2011

Trainspotting- Neue Helden

'Trainspotting' ist ein inzwischen 15 Jahre alter Film und sollte es ein Genre wie 'Drogenfilme' geben, dann gehört dieser Streifen definitiv zu dessen Blaublütern. Es wäre unsinnig die Zahlen oder Namen der Drogen, die in dem Film pausenlos konsumiert werden, aufzählen zu wollen- es sind verdammt viele, wobei Heroin deutlich die Hauptrolle spielt.
Die ganze Geschichte dreht sich um eine Clique junger und älterer Männer in einem Vorort von Edingurgh, die Hauptfigur ist Marc Renton (gespielt von einem sehr überzeugenden Ewan McGregor). Das Leben fast aller genannten im Film vorkommenden Charaktere wird durch Suchtmittel beeinflusst, legal wie illegal, was auch die Kehrseite der Illegalisierung und gesellschaftlicher Ächtung zeigt.
Regisseur Danny Boyle (Slumdog Millionaire) lösst den Zuschauer  die Junkies bei typischen und seltsamen Aufs und Abs ihrer Drogenkarriere begleiten: Geldbeschaffung, Konsum, Glücksgefühle, Abstürze, Entzug, der Wunsch sauber zu werden, Gerichtsverhandlungen, Rückfall, kalter Entzug, Verlust une einer ganzen Menge "letzter Male", nicht ohne Humaor, Ästhetik und Schock.
Die Stärke des Films liegt in seiner Darstellung der verschiedensten Seiten des Lebens mit Drogen: Auseinandersetzung mit der "Rational Choice" Theorie, Begründungen und ganz besonders die Eigendynamik dieses Lebens. Es scheint immer wieder einen Hoffnungsschimmer, einen Ausweg zu geben, manchmal geht etwas schief, manchmal nicht. Der rote Faden ist die Clique selbst, die dich auf findet, wenn du denkst, du hättest des Ausstieg geschafft.
"Trainspotting" wird heute in Zusammenhang mit Workshops, Schulungen und Weiterbildungen für Lehrer, Schüler, Auszubildende zum thema Drogen und Drogenabhängigkeit gezeigt und gilt inzwischen als Kult. Dieser Film kann sich (beinahe) auf eine Stufe mit Darren Aronofskys "Requiem for a Dream" stellen und falls nicht, dann auch nur, weil er technisch eine komplett andere Herangehensweise hat, die es schwer macht diese beiden Filme miteinander zu vergleichen. Wer plant sich das gute Stück in Originalsprache anzusehen, der sei bestärkt, doch es kann nicht schaden, sich auf einen ordentlichen schottischen Akzent einzustellen.
Ein Stück Filmkultur, für das man sich Zeit nehmen sollte, es hängt nach- absolut Empfehlenswert!

Rio

Ein Animationsfilm, der zur Zeit dir Hitlisten anführt. Die Handlung ist nicht schwer zu verstehen: Der nicht fliegende-handzahme Spix-Ara Blu ist der letzte seiner Art und reist mit seiner Besitzerin nach Rio de Janeiro um dort auf das letzte Weibchen seiner Spezies zu treffen um selbige zu retten. Es gibt da nur ein Problem: Er wurde von Menschen großgezogen, ist zahm und kann nicht fliegen, sie (Juwel) könnte man eher als Wildfang bezeichnen.
Die beiden werden aus dem Vogelforschungszentrum gestohlen, können fliehen und eine wilde Verfolgungsjagd durch ganz Rio entwickelt sich. Auf dem Weg von y nach z begegnen sie unterschiedlichsten Tieren, die ihr Leidenschaft für den gerade stattfindenden Karneval freudigst unter die Zuschauer bringen.
Behält man im Kopf, dass es sich hier hauptsächlich um einen Kinderfilm handelt, ist er wirklich gut! Die in der Realität eher Mimikarmen Vögel sind sehr niedlich animiert und abgesehen von der vermittelten Geschlechter- Matrix werden Klischees auch gerne mal übertreten oder gar Grau- und Grenzbereiche unserer Welt angesprochen. 
Sehr unterhaltsam mit belebender Musik!

Rango

Um diesen compuetanimierten Tier- Western wurde vorher sehr viel Wirbel veranstaltet. Grund dafür ist eine erneute Zusammenarbeit zwischen Fluch-der-Karibik-Regisseur Gore Verbinski (The Ring) und dem Lieblingspiraten der zivillisierten Welt Johnny Depp (Benny& Joon).
Die Entstehungsgescgichte des Films liest sich auch durchaus ineterssant. Während der Dreharbeiten zu Fluch der Karibik 2 (Dead Man's Chest) entwickelte Johnny Depp eine Art zu rennen, die am Set bald als "the lizard-run" (dt: der Eidechsen-Lauf) bekannt war (Ann.d.A.: als Jack Sparrow am Strand entlang vor den Kannibalen flieht). So enstand die Idee für den Film und die erneute Zusammenarbeit Verbinskis und Depps.
Die Produktion verlief auch ein wenig anders als es bei Animationsfilmen üblich ist. Das Drehbuch wurde zu aller erst in einer Art Bühnenstüch mit realen Schauspielern umgesetzt und bestimmte Bewegungsabläufe und charakteristische Mimik festhalten und übernehmen zu können.
Der Film an sich, kann den hoch publizierten Erwartungen leider nicht standhalten. Für Johnny Depp- Fans macht der Film wenn überhaupt, dann nur in OmU Spaß, jede gute Synchronisation kann aber leider einen Mangel an Originalität nicht wegmachen. Es gibt einige kleine Anspielungen, die man nur mit Hintergrundwissen versteht, aber viel mehr zu entdecken gibt es leider nicht, der Film hinterlässt nichts als einen arg kommerziellen Nachgeschmack.


The Fighter

Ein Sportfilm. Ein Boxfilm. Eine Biographie. Der Film beruht auf der wahren Geschichte des ehemaligen Boxweltmeisters Micky Ward, der von seinem Drogensüchtigen Bruder trainiert wurde. Regie führte David O. Russel. 
Allein die Besetzung lässt auf jeden Fall ein sportliches Vergnügen erahnen: Mark Wahlberg (Max Payne) spielt den irischstämmigen Boxer aus der Arbeiterklasse, Chritian Bale (The Dark Night) seinen Crack- Süchtigen Halbbruder (er hungerte sich für diese Rolle Untergewicht an).
Schon in der ersten halben Stunde des Films wird klar, dass der Sport hier nur sekundär ist. Es geht vielmehr um die Begleitumstände des Lebens von Micky Ward: die sehr-vielköpfigen und dominanten Familienverhältnisse, Leistungsdruck, Drogenprobleme, Vertrauen, Durchsetzungsvermögen und Emanzipation, Kampfgeist usw.
Der Film beeindruckt durch seine Authentizität in allen Darstellungen und seiner Bandbreite an Ebenen, die er bedient. Kein Film ausschließlich für Männer und absolut sehenswert!

Boy

Ein neuseeländischer Film von und mit Taika Waititi, der dort im Jahre 2010 sehr hoch gelobt wurde, hierzulande kennt man ihn allerdings kaum.  Es geht um einen 11jährigen Maori- Jungen, der Mitte der 80er mit einigen anderen Kindern bei seiner Großmutter lebt. Er verehrt Michael Jackson und seinen abwesenden Vater. Als seine Oma für eine Woche das Haus verlässt, tauch sein Vater auf und Boy lernt ihn kennen.
Der Film ist für europäische Gemüter ein wenig gewöhnungsbedürftig. Er ist sehr ruhig und die Handlung lässt sich viel Zeit, es sind die Begleitumstände des Films, die ihn interessant machen: Die Wahrnehmung des Jungen wird immer wieder durch verschiedene Einblendungen gezeigt, der gezeigte Umgang der Maori- Kinder untereinander und mit anderen, die Kleidung, die erzählte Weltanschauung.. das alles zeigt einen ganz anderen Blickwinkel. Man sollte sich allerdings Zeit und mindestens eine mitsehende Person nehmen, wenn man diesen Film in Angriff nimmt.

Dreamgirls

Ein Musikfilm und auch irgendwie ein Stück afroamerikanischer Musikgeschichte bzw. die Adaption einer Adaption dessen. Die Supremes, manchen vielleicht ein Begriff, bildeten in den frühen 80ern die Grundlage für das Musical "Dramgirls", welches dann 2006 von Bill Condon filmisch realisiert wurde.
Die Haupthandlung siedelt in derUS- Musikbranche der 60er Jahre. Afroamerikanische Künstler können sich nicht gegenüber ihren blasseren Kollegen durchsetzen, oft werden Lieder einfach gecovert und als die eigenen ausgegeben. Der Film beschreibt den Weg der dreiköpfigen Damentruppe nach oben, stimmgewaltig besetzt mit der gänsehaut-verursachenden Jennifer Hudson, Beyonce Knowles als passendes Diana Ross Pendant und Anika Noni Rose als Dritte im Bunde. Sie treffen auf bereits etablierte Größen, die sie ein Stück mit nach oben nehmen (ein Eddie Murphy der sogar richtig singen kann!), immer skrupellosere Manager (Jamie Foxx) und eine Menge anderer, die ein Stück Erfolg für sich ergattern wollen.
Die Besetzungsliste sieht nicht nur Eindrucksvoll aus, sie ist es auch. Besonders Jennifer Hudson sticht mit ihrer wundervollen Stimme deutlich aus dem sehr motownlastigen Klangteppich heraus. "Dreamgirls" läuft unter dem Genre Drama und das nicht ohne Grund. Hauptinhalt sind Vorurteile, Moral und Verkaufszahlen, Charaktere und deren Veränderungen- alles ein wenig zu viel. Der Film ist wirklich nett anzuschauen, vor allem und besonders wegen des furiosen Finales, doch dazwischen kann es schon mal ganz schön viel Emotionsmüll sein. Der damit verbundene Soundtrack funtioniert auch leider nur liedweise ohne den Film, interessant ist es allemal, denn es gibt viele Entsprechungen von Personen, die in dem Film auftauchen mit realen Künstlern.

True Grit

Ein Western. Jeff Bridges. Matt Damon. Aufstrebende Jungschauspielerin Hailee Steinfeld, Regie seitens der Coen- Brüder und 10 Oscar- Nominierungen. Keine schlechten Voraussetzungen für einen Film.
Die Handlung ist nicht Western-untypisch: ein Fieser Mörder, die Tochter (Hailee Steinfels) will Rache, sucht sich einen alten Haudegen, der sich als Kopfgeldjäger verdingt (Jeff Bridges); ein Texas Ranger (Matt Damon) kommt hinzu. Es geht um Härte, Gerechtigkeit, Freiheit, Verantwortung und Schwäche. Ein klassischer Western eben.
Jeff Bridges wird seinen Ruf gerecht und spielt seine Rolle sympathisch grantig, sogar mit der ein oder anderen komischen Einlage. Matt Damon kann sich neben dem "Dude" durchaus behaupten und glaubt man der Presse, so hat Miss Steinfeld, die die eiskalte Lady äußerst überzeugend spielt, eine große Karriere vor sich.
Der einzige Kritikpunkt an diesem Film ist sein Genre. Er ist nicht in der Lage darüber hinaus zu begeistern: Mag man Western nicht, wird einen dieser Film kaum begeistern. Ansonsten ist er durchaus das Ansehen wert.

Dienstag, 22. März 2011

Rotkäppchen

Der Film läuft in Deutschland erst am 21. April an, eine Kritik gibt es hier schon vorher:
Die Geschichte ist eine der ältesten, da gibt es nicht viel zu erzählen. Catherine Hardwicke, spätestens bekannt seit dem ersten der Twilight- Filme (obwohl auch Dogtown Boys wirklich wärmstens zu empfehlen ist) , hat es nur ein wenig dem von ihr filmisch so umgeprägten Genre des Teen- Romantic- Horror angepasst.
Und genau an diesem Punkt ist der Film auch wie ein bisschen schwach. Ein Mädchen (sehr hübsch und großäugig Amanda Seyfried), wunderschön, unglaublich verliebt in den elternlosen Holzfäller und begehrt vom gutaussehenden Schmied (der eine ein dunkler Typ, der andere blond und weicher) ist der Mittelpunkt der Geschichte. Der FIlm wird ein- und ausgeleitet von ihrer Stimme als unsichtbarem Erzäler. Die Herren streiten sich um die Dame und rivalieren kräftig, begleitet von einer Menge Hormonen aus allen Richtungen.  Das ganze findet in einem mittelalterlichen Dorf statt, einer sehr unfreundlichen Umgebung (überall Pfahlähnliche Spitzen und nur kalte Farben) mit dem dort zu erwartenden Schlag Menschen. Ein weiteres bekanntes Gesicht ist Billy Burke, dem Frau Hardwicke nach dem Twilight-Polizisten-Vater nun die Rolle des Rotkäppchen-Vaters vermacht hat.
Da sich das Dorf wegen der neuerlichen Wolfattacken auf Menschen nicht mehr zu helfen weiß, wird der im Werwolf-jagen erfolgreiche und erfahrene Pater Salomon (ein Gary Oldman, der hält, was er verspricht) um Hilfe ersucht. Allerdings ist der heilige Inquisitor ein wenig biestig und durchaus bereit hohe Opfer in Kauf zu nehmen, was die Dorfgemeinschaft ein wenig erschreckt.
Der Wolf unterdess ist stärker als alles, was der Jäger je zuvor gesehen hat und wird, Computergrafik sei dank, sogar gezeigt. Der Wolf sieht halb so gefährlich aus, wie alle tun, ein elchgroßer schwarzer Wolf mit etwas übergroßen Pfoten und "menschlichen Augen". Neu ist, dass der Killer- Wuffel nur bei dem alle 13 Jahre auftetenden Blut- Mond sein Erbe über einen Biss weitergeben kann (natürlich die Zeit des Films) und die sogar in seiner wölfischen Form mit ihm reden können.
Interessant sind dann die gruppendynamischen Prozesse innerhalb des Dorfes, Verdächtigungen, Missgunst und ein Riesenhaufen Geheimnisse. Es wird auch recht spannend, wenn auch ein wenig schmalzig und die Identität des Wolfes überrascht den geneigten Zuschauer dann doch. Allerdings muss es natürlich noch eine offen bleibende Debatte über das Moster in uns allen geben und das Abfinden und Zurechtkommen des einzelnen damit...
Die vielen Parallelen zu Twilight stören ein wenig, der ganze film schmeckt nach einem pseudo unauffälligen Versuch eines weiteren Franchises oder Sequels oder Ablegers wie sie Hollywood zur Zeit in nahezu diarrhöser Form produziert.
Der FIlm ist mit etwas über 95 Minuten für heutuge Verhältnisse recht kurz, wird aber nicht langweilig. Unterhaltend ist er alle mal und Stimmung und Bilder sind genauso wunderbar wie bei Hardwickes ersten Ausflug in dieses Genre, wenn das alles beim zweiten Mal auch nicht mehr ganz so beeindrucken will.