Sonntag, 17. April 2011

Rio

Ein Animationsfilm, der zur Zeit dir Hitlisten anführt. Die Handlung ist nicht schwer zu verstehen: Der nicht fliegende-handzahme Spix-Ara Blu ist der letzte seiner Art und reist mit seiner Besitzerin nach Rio de Janeiro um dort auf das letzte Weibchen seiner Spezies zu treffen um selbige zu retten. Es gibt da nur ein Problem: Er wurde von Menschen großgezogen, ist zahm und kann nicht fliegen, sie (Juwel) könnte man eher als Wildfang bezeichnen.
Die beiden werden aus dem Vogelforschungszentrum gestohlen, können fliehen und eine wilde Verfolgungsjagd durch ganz Rio entwickelt sich. Auf dem Weg von y nach z begegnen sie unterschiedlichsten Tieren, die ihr Leidenschaft für den gerade stattfindenden Karneval freudigst unter die Zuschauer bringen.
Behält man im Kopf, dass es sich hier hauptsächlich um einen Kinderfilm handelt, ist er wirklich gut! Die in der Realität eher Mimikarmen Vögel sind sehr niedlich animiert und abgesehen von der vermittelten Geschlechter- Matrix werden Klischees auch gerne mal übertreten oder gar Grau- und Grenzbereiche unserer Welt angesprochen. 
Sehr unterhaltsam mit belebender Musik!

Rango

Um diesen compuetanimierten Tier- Western wurde vorher sehr viel Wirbel veranstaltet. Grund dafür ist eine erneute Zusammenarbeit zwischen Fluch-der-Karibik-Regisseur Gore Verbinski (The Ring) und dem Lieblingspiraten der zivillisierten Welt Johnny Depp (Benny& Joon).
Die Entstehungsgescgichte des Films liest sich auch durchaus ineterssant. Während der Dreharbeiten zu Fluch der Karibik 2 (Dead Man's Chest) entwickelte Johnny Depp eine Art zu rennen, die am Set bald als "the lizard-run" (dt: der Eidechsen-Lauf) bekannt war (Ann.d.A.: als Jack Sparrow am Strand entlang vor den Kannibalen flieht). So enstand die Idee für den Film und die erneute Zusammenarbeit Verbinskis und Depps.
Die Produktion verlief auch ein wenig anders als es bei Animationsfilmen üblich ist. Das Drehbuch wurde zu aller erst in einer Art Bühnenstüch mit realen Schauspielern umgesetzt und bestimmte Bewegungsabläufe und charakteristische Mimik festhalten und übernehmen zu können.
Der Film an sich, kann den hoch publizierten Erwartungen leider nicht standhalten. Für Johnny Depp- Fans macht der Film wenn überhaupt, dann nur in OmU Spaß, jede gute Synchronisation kann aber leider einen Mangel an Originalität nicht wegmachen. Es gibt einige kleine Anspielungen, die man nur mit Hintergrundwissen versteht, aber viel mehr zu entdecken gibt es leider nicht, der Film hinterlässt nichts als einen arg kommerziellen Nachgeschmack.


The Fighter

Ein Sportfilm. Ein Boxfilm. Eine Biographie. Der Film beruht auf der wahren Geschichte des ehemaligen Boxweltmeisters Micky Ward, der von seinem Drogensüchtigen Bruder trainiert wurde. Regie führte David O. Russel. 
Allein die Besetzung lässt auf jeden Fall ein sportliches Vergnügen erahnen: Mark Wahlberg (Max Payne) spielt den irischstämmigen Boxer aus der Arbeiterklasse, Chritian Bale (The Dark Night) seinen Crack- Süchtigen Halbbruder (er hungerte sich für diese Rolle Untergewicht an).
Schon in der ersten halben Stunde des Films wird klar, dass der Sport hier nur sekundär ist. Es geht vielmehr um die Begleitumstände des Lebens von Micky Ward: die sehr-vielköpfigen und dominanten Familienverhältnisse, Leistungsdruck, Drogenprobleme, Vertrauen, Durchsetzungsvermögen und Emanzipation, Kampfgeist usw.
Der Film beeindruckt durch seine Authentizität in allen Darstellungen und seiner Bandbreite an Ebenen, die er bedient. Kein Film ausschließlich für Männer und absolut sehenswert!

Boy

Ein neuseeländischer Film von und mit Taika Waititi, der dort im Jahre 2010 sehr hoch gelobt wurde, hierzulande kennt man ihn allerdings kaum.  Es geht um einen 11jährigen Maori- Jungen, der Mitte der 80er mit einigen anderen Kindern bei seiner Großmutter lebt. Er verehrt Michael Jackson und seinen abwesenden Vater. Als seine Oma für eine Woche das Haus verlässt, tauch sein Vater auf und Boy lernt ihn kennen.
Der Film ist für europäische Gemüter ein wenig gewöhnungsbedürftig. Er ist sehr ruhig und die Handlung lässt sich viel Zeit, es sind die Begleitumstände des Films, die ihn interessant machen: Die Wahrnehmung des Jungen wird immer wieder durch verschiedene Einblendungen gezeigt, der gezeigte Umgang der Maori- Kinder untereinander und mit anderen, die Kleidung, die erzählte Weltanschauung.. das alles zeigt einen ganz anderen Blickwinkel. Man sollte sich allerdings Zeit und mindestens eine mitsehende Person nehmen, wenn man diesen Film in Angriff nimmt.

Dreamgirls

Ein Musikfilm und auch irgendwie ein Stück afroamerikanischer Musikgeschichte bzw. die Adaption einer Adaption dessen. Die Supremes, manchen vielleicht ein Begriff, bildeten in den frühen 80ern die Grundlage für das Musical "Dramgirls", welches dann 2006 von Bill Condon filmisch realisiert wurde.
Die Haupthandlung siedelt in derUS- Musikbranche der 60er Jahre. Afroamerikanische Künstler können sich nicht gegenüber ihren blasseren Kollegen durchsetzen, oft werden Lieder einfach gecovert und als die eigenen ausgegeben. Der Film beschreibt den Weg der dreiköpfigen Damentruppe nach oben, stimmgewaltig besetzt mit der gänsehaut-verursachenden Jennifer Hudson, Beyonce Knowles als passendes Diana Ross Pendant und Anika Noni Rose als Dritte im Bunde. Sie treffen auf bereits etablierte Größen, die sie ein Stück mit nach oben nehmen (ein Eddie Murphy der sogar richtig singen kann!), immer skrupellosere Manager (Jamie Foxx) und eine Menge anderer, die ein Stück Erfolg für sich ergattern wollen.
Die Besetzungsliste sieht nicht nur Eindrucksvoll aus, sie ist es auch. Besonders Jennifer Hudson sticht mit ihrer wundervollen Stimme deutlich aus dem sehr motownlastigen Klangteppich heraus. "Dreamgirls" läuft unter dem Genre Drama und das nicht ohne Grund. Hauptinhalt sind Vorurteile, Moral und Verkaufszahlen, Charaktere und deren Veränderungen- alles ein wenig zu viel. Der Film ist wirklich nett anzuschauen, vor allem und besonders wegen des furiosen Finales, doch dazwischen kann es schon mal ganz schön viel Emotionsmüll sein. Der damit verbundene Soundtrack funtioniert auch leider nur liedweise ohne den Film, interessant ist es allemal, denn es gibt viele Entsprechungen von Personen, die in dem Film auftauchen mit realen Künstlern.

True Grit

Ein Western. Jeff Bridges. Matt Damon. Aufstrebende Jungschauspielerin Hailee Steinfeld, Regie seitens der Coen- Brüder und 10 Oscar- Nominierungen. Keine schlechten Voraussetzungen für einen Film.
Die Handlung ist nicht Western-untypisch: ein Fieser Mörder, die Tochter (Hailee Steinfels) will Rache, sucht sich einen alten Haudegen, der sich als Kopfgeldjäger verdingt (Jeff Bridges); ein Texas Ranger (Matt Damon) kommt hinzu. Es geht um Härte, Gerechtigkeit, Freiheit, Verantwortung und Schwäche. Ein klassischer Western eben.
Jeff Bridges wird seinen Ruf gerecht und spielt seine Rolle sympathisch grantig, sogar mit der ein oder anderen komischen Einlage. Matt Damon kann sich neben dem "Dude" durchaus behaupten und glaubt man der Presse, so hat Miss Steinfeld, die die eiskalte Lady äußerst überzeugend spielt, eine große Karriere vor sich.
Der einzige Kritikpunkt an diesem Film ist sein Genre. Er ist nicht in der Lage darüber hinaus zu begeistern: Mag man Western nicht, wird einen dieser Film kaum begeistern. Ansonsten ist er durchaus das Ansehen wert.

Dienstag, 22. März 2011

Rotkäppchen

Der Film läuft in Deutschland erst am 21. April an, eine Kritik gibt es hier schon vorher:
Die Geschichte ist eine der ältesten, da gibt es nicht viel zu erzählen. Catherine Hardwicke, spätestens bekannt seit dem ersten der Twilight- Filme (obwohl auch Dogtown Boys wirklich wärmstens zu empfehlen ist) , hat es nur ein wenig dem von ihr filmisch so umgeprägten Genre des Teen- Romantic- Horror angepasst.
Und genau an diesem Punkt ist der Film auch wie ein bisschen schwach. Ein Mädchen (sehr hübsch und großäugig Amanda Seyfried), wunderschön, unglaublich verliebt in den elternlosen Holzfäller und begehrt vom gutaussehenden Schmied (der eine ein dunkler Typ, der andere blond und weicher) ist der Mittelpunkt der Geschichte. Der FIlm wird ein- und ausgeleitet von ihrer Stimme als unsichtbarem Erzäler. Die Herren streiten sich um die Dame und rivalieren kräftig, begleitet von einer Menge Hormonen aus allen Richtungen.  Das ganze findet in einem mittelalterlichen Dorf statt, einer sehr unfreundlichen Umgebung (überall Pfahlähnliche Spitzen und nur kalte Farben) mit dem dort zu erwartenden Schlag Menschen. Ein weiteres bekanntes Gesicht ist Billy Burke, dem Frau Hardwicke nach dem Twilight-Polizisten-Vater nun die Rolle des Rotkäppchen-Vaters vermacht hat.
Da sich das Dorf wegen der neuerlichen Wolfattacken auf Menschen nicht mehr zu helfen weiß, wird der im Werwolf-jagen erfolgreiche und erfahrene Pater Salomon (ein Gary Oldman, der hält, was er verspricht) um Hilfe ersucht. Allerdings ist der heilige Inquisitor ein wenig biestig und durchaus bereit hohe Opfer in Kauf zu nehmen, was die Dorfgemeinschaft ein wenig erschreckt.
Der Wolf unterdess ist stärker als alles, was der Jäger je zuvor gesehen hat und wird, Computergrafik sei dank, sogar gezeigt. Der Wolf sieht halb so gefährlich aus, wie alle tun, ein elchgroßer schwarzer Wolf mit etwas übergroßen Pfoten und "menschlichen Augen". Neu ist, dass der Killer- Wuffel nur bei dem alle 13 Jahre auftetenden Blut- Mond sein Erbe über einen Biss weitergeben kann (natürlich die Zeit des Films) und die sogar in seiner wölfischen Form mit ihm reden können.
Interessant sind dann die gruppendynamischen Prozesse innerhalb des Dorfes, Verdächtigungen, Missgunst und ein Riesenhaufen Geheimnisse. Es wird auch recht spannend, wenn auch ein wenig schmalzig und die Identität des Wolfes überrascht den geneigten Zuschauer dann doch. Allerdings muss es natürlich noch eine offen bleibende Debatte über das Moster in uns allen geben und das Abfinden und Zurechtkommen des einzelnen damit...
Die vielen Parallelen zu Twilight stören ein wenig, der ganze film schmeckt nach einem pseudo unauffälligen Versuch eines weiteren Franchises oder Sequels oder Ablegers wie sie Hollywood zur Zeit in nahezu diarrhöser Form produziert.
Der FIlm ist mit etwas über 95 Minuten für heutuge Verhältnisse recht kurz, wird aber nicht langweilig. Unterhaltend ist er alle mal und Stimmung und Bilder sind genauso wunderbar wie bei Hardwickes ersten Ausflug in dieses Genre, wenn das alles beim zweiten Mal auch nicht mehr ganz so beeindrucken will.