Sonntag, 19. Dezember 2010

The Tourist

Zerissen von der Presse, enttäuschte Fans, was haben die sich denn alle bitte gedacht? 'Das Leben der anderen' anders aber bitte ganz genauso? Und das beim ersten US- Film von insgesamt 2 des Regiseurs. Zudem wurde der Spaß sehr kurzfistig über die Bühne geschmettert. Des Weiteren war zu lesen, dass so gar keine Chemie zwischen den Herrschaften Depp und Jolie zu beobachten ist, gar die ausreichend bewiesenen schauspielerischen Fähigkeiten des Herren Depp wurden angezweifelt, bei aller übertriebenen Lobhudelei, das muss ja nun wirklich nicht sein.
Der Film selbst ist, in Unkenntnis der Vorlage 'Fluchtpunkt Nizza' , äußerst kurzweilig. Man möchte sogar meinen, er sei eine Entspannung zu üblichen Aktion- Spionage- Klamotten, die inzwischen selbst bei gesunden Menschen epilepsieähnliche Zustände verursachen. Die Handlung ist spannend und vorhersehbar unvorhersehbar.
Die laut gewordenen Stimmen Mrs. Jolie übertrumpfe den all-zu trotteligen Mr. Depp sind ein wenig übertrieben. Mr. Depp sieht ungewohnt einfach aus und wirkt trotzdem ungemein sympathisch. Fliegende Fetzen mit anschließenden Affäre- Gerüchten und exzessiver Kinderei passiert ja nun nicht jedes Mal wenn sich zwei Menschen vor der Kamera treffen.
Mrs. Jolie ist schön und wird auch so inszeniert, allerdings wünscht man ihr nach wie vor das, was Herrn Depp im Zuge der vor Vorbericherstattung unterstellt wurde: ein paar Pfunde mehr auf den Rippen zu haben. Was das allerdings mit der Schauspielerei zu tun hat, ist fraglich.
Alles in allem ist es ein sehr unterhaltsamer Film, der mal nicht die ganze Zeit mit Handkamera gedreht ist und somit herrlicherweise die Ruhe bietet auch Venedig, 'dritter  Hauptdarsteller' in Ruhe zu genießen. Demnach: kein intellektueller Film, aber durchaus etwas zur angenehmen Unterhaltung!

Mittwoch, 15. Dezember 2010

lola rennt

Die Premiere dieses Films ist schon eine ganze Weile her, aber selbst wenn man ihn jetzt zum ersten mal sieht, kann man nicht umhin ihn toll zu finden.
Neben allen Episodenfilmen, die wenn sie gut gemacht sind, meist gelobt werden, scheint dieser trotzdem unvergleichlich. Tolle Schauspieler, nebst einer Handlung mit Wiedererkennungswert, die trotzdem nie langweilig wird. Aktion. Liebe. Philosophie und hinter allen die Frage, wass uns welche Entscheidung an den Punkt gebracht hat, an dem wir jetzt sind...
Nicht umsonst ein Kultfilm!!!

Exit through the giftshop

Man nehme einen in die USA emigrierten Franzosen, der alles Filmt was still hält oder auch nicht und eine aufkeimende Untergrundbewegung: street art.
Der Film 'dreht den Spieß rum', denn eigentlich wollte Thierry einen Dokumentarfilm über die kurzlebige street art machen und schaffte es auch aus einer Mischung aus Dreistigkeit, Hartnäckigkeit und gutem Timing Aufnahmen von vielen Größen der Szene und ihrer Arbeit zu machen. Alle bekommt er, bis auf Banksy, von dem es heißt, nicht einmal seine Mutter wüsste, dass ihr Sohn Banksy ist. Ein Zufall führt die beiden dann doch zusammen. Als jedoch die Dokumentation fertig ist, stellt sich heraus, dass sie förmlcih unzeigbar ist..
Von hier an wendet sich der Film und begleitet nun Thierry intensiver, der inzwioschen selbst street art macht bzw auch für sich machen lässt. Er macht es nur nicht wie andere und versucht sich erstmal zu etablieren, er geht gleich aufs Ganze.
Der Film bietet einen sehr interessanten Einblick in eine Szene, die dem alltäglichen Auge doch oft verborgen bleibt. Diese neue Interpretation von Kunst und ihre vielen Formen sind begeisternd. Was Thierry dann daraus macht ist fraglich? Ist dieser Typ nun genial? oder verdammt verschroben? oder beides? und sind seine vormaligen Begleiter nun deswegen sauer auf ihn? und wie finanzieren die sich alle, besonders zu beginn?
Ein sehr bemerkenswertes Stück Film, was beim Sehen eine gute Mischung aus Aufmerksamkeitsbindung und Unterhaltung bietet.

Die Chroniken von Narnia- Die Reise mit der Morgenröte

Der Trailer verspricht Gänsehaut und der Film... es ist zu hoffen, dass die Synchrinisation nicht wieder so lächerlich ist wie bei Prinz Kaspian von Narnia, die besagtem Prinzen einen überaus künstlichen spanischen Akzent verpasst.
Sonst ist die Verfilmung, wie ihr Vorgänger auch, relativ nah am Buch und greift wieder wunderbar in die Zauberkiste. Die Handlung ist vielleicht ein bisschen voll, er bleibt aber eine Welt, in die man gern eintaucht. Und das erhoffte Treffen mit dem Überlöwen Aslan bleibt auch nicht aus!
Allerdings macht der Film leider den selben Fehler, der sich auch schon im letzten Teil der Büchersaga manifestiert. Die Pevensie- Kinder werden am Ende von Aslan mit den Worten verabschiedet, es gäbe ihn auch in ihrer Welt und sie müssten ihn nun dort besser kennenlernen. Der grüne Nebel, das Böse im Film, ist dann wohl eine Art manifestierte Versuchung. Damit ist die zauberhaft-mysthische Atmosphäre in den Büchern rückwirkend für alles bisher Gewesene dahin, der Film kann sich durch tolle Nebencharaktere und eine kräftige Prise Emotionalität zum Glück noch retten. Kindern fällt das alles vielleicht gar nicht so auf, manche gekräftigt es vielleicht sogar nur Atheisten müssen wohl ein wenig schlucken.
Trotzdem: schöne Vorweihnachtsfantasie in zwei Versionen, mit und ohne gruselige Szenen für große und kleine Zuschauer

Montag, 6. Dezember 2010

Veronika beschließt zu sterben

Eine Paolo Coelho Verfilmung von Emily Young mit Sarah Michelle Gellar als Veronika.
Da es um Veronika geht steht und fällt dieser Film mit seiner Hauptdarstellerin, und er steht, wenn auch auf wackligen Beinen. Schon als Buffy konnte Frau Gellar gut Leiden und das beweist sie hier wieder gut. Leider schafft sie es nicht authentisch heruntergekommen zu sein, ihre Interpretation der Protagonistin lässt immer Stärke durchschimmern.
Eigentlich eine Ode an die Lebensfreude und das bewusste Wahrnehmen rutscht der Fokus des Betrachters eher auf den behandelnden Psychiater David Thewlis (Remus Lupin in den Harry Potter Filmen), der den kaputten Seelendok äußerst sympathisch mimt. Sollten wir nicht alle auf unsere eigenen Ratschläge hören?
Der männliche Part (Jonathan Tucker) ist ein wenig schwach und unpräsent.
Ein weiterer Film in einer Psychiatrie und darüber hinaus, leider kommt er sicherlich nicht an die Vorlage heran und avanciert zum Frauenfilm: beste Freundin, Eis, Weltschmerz und Happy End...

R.E.D.- Älter, Härter, Besser

Hollywood entdeckt die nachberufliche Lebensphase für sich, sowohl inhaltlich als auch als Zuschauer.
Sie waren alle mal extrem gute Agenten und jetzt sind die im Ruhestand, wollen es aber nicht wirklch lassen. Eine unglaubliche Besetzung, die es schafft, es keine Minute langweilig sein zu lassen. Bruce Willis pflegt sein Ich-bin-ne-supercoole-Sau-Image zu schau, Morgan Freeman ist der altehrwürdige, Helen Miren zeigt, dass man auch im Ruhestand noch Feuer haben kann, John Malkovoich stellt sie alle in den Schatten, Marie- Louise Parker (Die Geheimnisse der Spiderwicks) ist die perfekt neurotisch-liebenswürdige Nebenrolle und Karl Urban (Pathfinder) erinnert, weibliche Pulse steigernd an Hugh Jackman in Deception.
Alle toll, die Handlung überrascht auch an der ein oder anderen Stelle, ein guter Unterhaltungsfilm mit ordentlich Tempo und Witz, perfekt für einen Abend mit Freunden oder Eltern ...

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1

Der lang erwartete vorletzte Teil. Auf jeden Fall ist er besser als sein Vorgänger, gerade Daniel Radcliffe überzeugt mehr und verkörpert den härteren Harry (im Vergleich zum Buch) sehr gut! Emma Watson überstrahlt die beiden Herren etwas und Rupert Grint hat auch an Präsenz zugelegt und dabei keine Angst vor Häßlichkeit.
Die inhaltlichen Kürzungen machen Sinn und sind schlüßig auch wenn ein wenig der Blick IN die Köpfe der Protagonisten fehlt, der im Buch sehr ausfürhlich getätigt wird. Es ist ein großes Plus, dass sich der Regisseur der Reihe in den letzten 3 Filmen nicht geändert hat, so können Kleinigkeiten besser wieder aufgegriffen werden auch wenn Yates dem Teenie- Genre nicht ganz entfliehen kann und damit wieder ordentlich Pathos mitliefert.
Die Stimmung ist wieder, typisch Team Yates, ansteckend und irgendwo zwischen mysteriös und schaurig-schön, ein lohnender Auftakt zum Ende, nur nicht für Potter- Neulinge, die sollten bitte bei Teil 1 anfangen.